The Hot Wire

EINFÜHRUNG

THE HOT WIRE

Eine Kooperation von Skulptur Projekte Münster und Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Die documenta in Athen und Kassel, die Biennale in Venedig, die Skulptur Projekte in Münster: Der heiße Kunstsommer wirft bereits seine Schatten voraus. Sie reichen dieses Jahr auch bis nach Marl: THE HOT WIRE ist eine Kooperation des Skulpturenmuseums Glaskasten Marl mit den Skulptur Projekten Münster. Mit dem westfälischen Marl erweitert Münster seinen Untersuchungsgegenstand – bietet die Stadt im Ruhrgebiet mit ihrer Tradition für Kunst im öffentlichen Raum doch einen spannenden Kontrapunkt. Denn Marl markiert topo- wie soziografisch die Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Westfalen/Münsterland und verfügt über eine eigene Tradition im Bereich Kunst im öffentlichen Raum. Die Relikte einer visionären Baukultur sind dort nach wie vor sicht- und erlebbar.

THE HOT WIRE umfasst verschiedene Projektbausteine im Innen- wie Außenbereich: Künstlerinnen und Künstler, die in beiden Städten arbeiten, Skulpturentausch, eine Ausstellung von Modellen aus dem Skulptur Projekte Archiv und dem Bestand des Skulpturenmuseums Glaskasten Marl, eine Videokunst-Ausstellung in der Schule an der Kampstraße und jede Menge wechselseitigen Besuch, darunter auch die Autorinnen und Autoren des Münsteraner Schreib-Projektes KUR UND KÜR.

Das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Der Name Skulpturenmuseum Glaskasten beschreibt zum einen die Örtlichkeit: den ganz mit Glas umbauten Raum des Museums unter dem Sitzungstrakt des Marler Rathauses, zum anderen aber auch das angestrebte inhaltliche Konzept von Offenheit und Transparenz für jedermann. Die Kunstwerke sind in Marl nicht hinter Museumsmauern verborgen, sondern zu einem großen Teil in das Alltagsleben der Stadt einbezogen. Mehr als 100 Außenarbeiten von Arp bis Zadkine stehen im öffentlichen Raum nahe des Rathauses und des künstlich angelegten City-Sees. Je näher man dem eigentlichen Glaskasten kommt, umso dichter wird der Ring der Skulpturen. In den glasumbauten, jederzeit einsehbaren Innenräumen des Museums befinden sich weitere Großskulpturen, die nicht zur Aufstellung im Freien geeignet sind, sowie eine Reihe von Kleinskulpturen und Objekten.

Die Skulptur Projekte Münster/Skulptur Projekte Münster

Seit 1977 finden alle 10 Jahre die internationalen Skulptur Projekte in Münster statt. Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt werden eingeladen, ortsbezogene Kunstwerke im öffentlichen Raum zu entwickeln – dazu gehören plastische Arbeiten genauso wie temporäre Installationen oder auch Performances. Die insgesamt 35 neuen Skulptur Projekte schreiben sich in das bauliche, historische und soziale Umfeld der Stadt ein. Gleichzeitig weisen sie darüber hinaus: Reflexionen über den Begriff Skulptur fließen ebenso ein wie aktuelle Themen unserer globalisierten Gegenwart oder Fragen zum Verhältnis von öffentlichem und privatem Raum in Zeiten zunehmender Digitalisierung.

www.skulptur-projekte.de

PROJEKTBESTANDTEILE

DIE BAUSTEINE DER KOOPERATION

Künstlerische Präsenz an zwei Orten: Künstlerinnen und Künstler entwickeln neue Arbeiten

Verschiedene Projekte, die als eine Art Zwilling an beiden Orten realisiert werden, bilden eine künstlerische Klammer. Die Art der Verknüpfungen ist komplex: Lara Favaretto positioniert zwei Monolithe in beiden Städten, Thomas Schüttes „Kirschensäule“ aus Münster bekommt nach 30 Jahren als „Melonensäule“ ihr ortsspezifisches Pendant in Marl, und auch die humorvollen „Tings“ von Sany (Samuel Nyholm) intervenieren in beiden Städten. Eine von Joëlle Tuerlinckx eigens für Marl konzipierte und realisierte Arbeit initiiert einen Transit auf erweiterter Ebene.

Der Skulpturentausch zwischen Marl und Münster: Bestehende Kunstwerke wechseln ihren Standort

Skulpturen zwischen den Partnerstädten auf Zeit werden buchstäblich getauscht, um die Werke an einem anderen Standort und unter komplett anderen sozialen und städtebaulichen Bedingungen neu zu befragen. Ludger Gerdes „Angst“ und Olle Bærtlings filigrane Raumzeichnung aus dem Marler Stadtzentrum gehen für die Dauer der Ausstellung nach Münster – dafür finden Werke der vergangenen Ausgaben der Skulptur Projekte seit 1977 vorübergehend einen neuen Standort in Marl. Die Umsetzung von Richard Artschwagers „Fahrradständermonument“ sowie die Wiederaufführung von Reiner Ruthenbecks 1997 in Münster gezeigten Performance mit zwei Pferden schlagen einen Bogen zwischen beiden Städten.

Eine Ausstellung von Modellen aus dem Skulptur Projekte Archiv im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

Insgesamt mehr als 50 Modelle von realisierten sowie projektierten Arbeiten aus dem Skulptur Projekte Archiv und dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl werden in der Ausstellung zu sehen sein. Damit wird die Verbindung von Idee und anschließender Realisierung im Außenraum in den Blick genommen. Im Eingangsbereich des Skulpturenmuseums sind zudem einige der Miniaturen aus dem Werk „Roman de Münster“ ausgestellt, die Dominique Gonzalez-Foerster 2007 in Münster präsentiert hatte. So entsteht auch auf dieser Ebene eine inhaltliche Verbindung zwischen den Skulpturen im Außenraum und der Modell-Ausstellung im Untergeschoss des Museums.

Die Videokunst-Ausstellung in der Schule an der Kampstraße

In der ehemaligen Schule an der Kampstraße werden zwölf Videoarbeiten präsentiert, die die Themen Skulptur, Stadt und Architektur allgemein umkreisen. Gleichzeitig richten Werke wie die von Manuel Graf, Charlotte Moth, Johanna Reich, Matthias Schamp, Corinna Schnitt und anderen ihren Fokus konkret auf die Stadt Marl und das Museum.Die Klassenräume des klar gegliederten einstöckigen Schulgebäudes, das als zeittypische Betonarchitektur von Günther Marschall geplant und realisiert wurde, bieten sich mit ihrer besonderen Atmosphäre und ihren Dimensionen als ein perfekter Präsentationsort für Videokunst an. Diese Präsentation soll die Schule auch bei der Marler Bevölkerung bekannter machen und zugleich auf ihre Tauglichkeit als potenziellen neuen Museumsstandort hin erproben.

Das Residence-Programm für Autorinnen und Autoren: KUR UND KÜR

Das Schreib-Projekt der Dichterin Monika Rinck begleitet auf literarischer Ebene die Veränderungen, die die Skulptur Projekte für die Stadt Münster bedeuten. Insgesamt zehn Autorinnen und Autoren verbringen jeweils zwei Wochen in Münster – ganz im Sinne des Skulpturentausches werden sie aber auch Marl erkunden.

SERVICE

AUSSTELLUNGSDAUER: 4. Juni – 1. Oktober 2017

EINTRITT: frei

ÖFFNUNGSZEITEN SKULPTURENMUSEUM GLASKASTEN MARL:

Dienstag bis Freitag 11.00 – 17.00 Uhr

Samstag und Sonntag 11.00 – 18.00 Uhr

FÜHRUNGEN:

öffentlich und kostenlos: sonntags 11.30 Uhr und donnerstags 15.30 Uhr;

auf Anfrage: www.skulpturenmuseum-glaskasten-marl.de,

02365/992257 oder 02365/992631; 60 Euro/Stunde

ADRESSE

Skulpturenmuseum Glaskasten Marl  skulpturenmuseum@marl.de
Creiler Platz, Rathaus, 45768 Marl      + 49 (0)2365 / 99 22 57

ANFAHRT:

Über Sickingmühler Straße und Eduard-Weitsch-Weg

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis S-Bahn- und

Busstation „Marl Mitte“

KATALOG „THE HOT WIRE“

Ausstellungsführer, ca. 60 Seiten, mit einführendem Text von Georg

Elben, 6 Euro.

KATALOG „SKULPTUR PROJEKTE MÜNSTER 2017“

Ca. 430 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ermäßigter Preis 15 Euro,

Buchhandel 18 Euro.